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Informationen für Personen aus „sicheren Herkunftsländern“

Die deutsche Regierung ist der Meinung, Ihr Heimatland ist sicher. Viele Menschen in Deutschland sind einer anderen Meinung und glauben Ihnen, dass Sie gute Gründe hatten, um zu fliehen.
Wenn Sie aus einem Land kommen, das Deutschland „sicher“ findet, müssen Sie beweisen, dass es für Sie trotzdem unsicher ist. Das ist schwer.

Diese Länder sind „sichere Herkunftsländer“

Derzeit sind Albanien, Bosnien-Herzegowina, Ghana, Mazedonien, Montenegro, Senegal, Serbien und Kosovo „sichere Herkunftsländer“. Dies kann sich ändern. Im Aufenthaltsgesetz sehen Sie, welche Länder es aktuell sind.

Anhörung

Die Anhörung ist das „Interview“. Sie ist für Sie schwieriger als für andere.

Die Anhörung ist sehr wichtig. Bereiten Sie sich gut auf die Anhörung vor. Es gibt eine Broschüre auf der Homepage asyl.net und einen Film auf der Homepage asylindeutschland.de damit Sie sich auf die Anhörung vorbereiten können. Fragen Sie eine Beratungs-Stelle und sagen Sie, dass Sie Hilfe für die Anhörung brauchen.
Sie müssen „beweisen“, dass Sie verfolgt werden. Deutschland denkt, in Ihrem Heimatland wird niemand verfolgt. Achten Sie darauf, alle Fluchtgründe zu sagen. Sie haben das Recht, alle Fluchtgründe zu sagen!

Bevor Sie einen Brief mit der Ablehnung bekommen, können Sie nicht abgeschoben werden.

Die Ablehnung

Sie werden wahrscheinlich als offensichtlich unbegründet abgelehnt. Wenn Sie klagen, müssen Sie auch einen Antrag auf aufschiebende Wirkung machen. Auf der Homepage aktiv.fluechtlingsrat-bw.de gibt es eine Vorlage für die Klage und den Antrag auf aufschiebende Wirkung. Für das Gerichts-Verfahren brauchen Sie einen Anwalt/eine Anwältin. Sprechen Sie mit einer Beratungs-Stelle, ob es Sinn macht, einem Anwalt/Anwältin Geld zu zahlen.
Sie haben nur eine Chance, wenn Ihr Fall außergewöhnlich ist.

Besondere Gesetze

In Deutschland gibt es Gesetze, die nur für Menschen aus „sicheren Herkunftsstaaten“ gelten, die eine Ablehnung haben.

Arbeitsverbot
Wenn Sie eine Ablehnung haben, bekommen Sie ein Arbeitsverbot. Dagegen können Sie leider nichts machen. Wenn Sie nach dem 31.08.15 einen Asylantrag gemacht haben, haben Sie auch im Asyl-Verfahren ein Arbeitsverbot.

Sprachkurs
Einige Sprachkurse gibt es nur für einzelne Flüchtlingsgruppen.

Wohnen
Wahrscheinlich müssen Sie in der Erstaufnahmeeinrichtung (EA) bleiben. Sie können auch in eine sogenannte EAE geschickt werden.

Residenz-Pflicht
Wenn Sie in der EA oder der EAE sind, dürfen Sie den Landkreis nicht verlassen. Wenn Sie den Landkreis verlassen, bekommen Sie eine Strafe.
Wenn Sie in der EAE wohnen, ist diese Strafe besonders hoch. Fragen Sie eine Beratungs-Stelle.

Perspektive

Die Gesetze in Deutschland sind für Sie sehr hart. Sie müssen sich schnell Gedanken machen, welche Perspektive Sie haben. Schauen Sie in Nach der Ablehnung des Asyl-Antrags - Rechtshilfe und weitere Perspektiven und Aufenthaltsbeendigung und Abschiebung um sich über Ihre Perspektiven zu informieren. Auf der Homepage aktionbleiberecht.de bekommen Sie wichtige Informationen zum Thema Abschiebung. Wenn Sie ausreisen wollen oder keine andere Möglichkeit haben, gehen Sie zu einer Rückkehrberatungs-Stelle.

Arbeitsvisum
Wenn Sie aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro oder Serbien kommen, können Sie vielleicht etwas leichter ein Arbeitsvisum bekommen. Es ist aber kompliziert und nur in sehr wenigen Fällen möglich. Sie müssen einen Arbeitgeber finden, der Ihnen einen guten Arbeitsvertrag gibt. Sie können nur ein Arbeitsvisum bekommen, wenn Sie 24 Monate keine Asylbewerberleistungen bekommen haben. Nähere Infos auf der Homepage vom Flüchtlings-Rat Baden-Württemberg.
Fragen Sie eine Beratungs-Stelle.
Manchmal sagen Ausländerbehörden, es ist leicht, wieder nach Deutschland zu kommen. Oft ist es sehr schwer.